Archiv für die Kategorie 'Kurzmeldungen'

Nachtrag: Bayernweite Warnstreiks

 Am 26.03.2014 gingen in Nürnberg ca. 9000 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes zum Warnstreik auf die Straßen – mit großer Beteiligung von GEW-Kolleg_innen!

Mehr Bilder und Berichte in den Nürnberger Nachrichten oder auf der GEW-Bayern Seite

 

Streikrede Anton SalzbrunnStreik 26.3.14 Nürnberg Bildung ist mehr wert 

Geschrieben von: df am 18.04.2014

Seminar über Minijobs für BR/PR/MAV-Mitglieder im Sozial- und Bildungsbereich

Minijobs im Sozial-, Gesundheits- und Bildungsbereich

 - Seminar für berireibliche Interessensvertretungen –

 

Dienstag | 13. Mai 2014 | 10:00 – 16:30 Uhr | Gwerkschaftshaus Nürnberg

Den Link zum Veranstaltungsflyer findet ihr hier

Geschrieben von: df am 17.04.2014

Veranstaltungsreihe: Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

 

Veranstaltungsreihe: Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Wi­der­stand und Ver­fol­gung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus“ will die Antifaschistische Linke Fürth (ALF) mit ei­ni­gen Ver­an­stal­tun­gen an die Opfer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­in­nern.

Zu­nächst wird die Aus­stel­lung „Gebt ihnen einen Namen“, vom 09.-12. April im Kul­tur­fo­rum zu sehen sein, diese wird aber auch den ge­sam­ten Mai im In­fo­la­den Be­n­a­rio (Nürnberger Straße 82, Fürth) und im Au­gust in der Kof­fer­fa­brik ge­zeigt. Um­rahmt wird die Aus­stel­lung mit einer kur­zen In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zur Aus­stel­lung am 02. Mai um 20.​00 Uhr im In­fo­la­den.
Dar­über hin­aus wird es zwei an­ti­fa­schis­ti­sche Stadt­rund­gän­ge, die von Sieg­fried Im­holz ge­lei­tet wer­den, geben. Der erste Stadt­rund­gang wid­met sich dem Ar­bei­te­rIn­nen­wi­der­stand und fin­det am 27. April, um 13.​00 Uhr in Fürth statt. Los geht es am Grü­nen Markt. Der zwei­te an­ti­fa­schis­ti­sche Stadt­rund­gang stellt die Ari­sie­rung und deren Pro­fi­teu­rIn­nen in den Mit­tel­punkt. Er fin­det am 29. Juni, eben­falls um 13.​00 Uhr am Koh­len­markt statt. Beide Stadt­rund­gän­ge dau­ern ein­ein­halb bis zwei Stun­den. Der Ein­tritt ist frei.

 

Zudem ver­an­stal­tet die ALF eine Fahrt in die Ge­denk­stät­te Bu­chen­wald. Diese wird am 10. Mai statt­fin­den. Neben der Be­sich­ti­gung der Ge­denk­stät­te und des Mu­se­ums wird es eine or­ga­ni­sier­te Füh­rung geben, die über die Hin­ter­grün­de der Ge­denk­stät­te auf­klärt. Kar­ten für die Fahrt sind im In­fo­la­den Be­n­a­rio er­hält­lich.
Alle Ver­an­stal­tun­gen, Aus­stel­lun­gen und Stadt­füh­run­gen sind selbst­ver­ständ­lich kos­ten­los, le­dig­lich für die Bus­fahrt fällt ein Un­kos­ten­bei­trag von ca. 20 € an.

Eine Ver­an­stal­tungs­rei­he der An­ti­fa­schis­ti­schen Lin­ken Fürth (ALF), In­fo­la­den Be­n­a­rio & Sieg­fried Im­holz

Mit­ver­an­stal­te­rIn­nen: Kurt Eis­ner Ver­ein für po­li­ti­sche Bil­dung in Bay­ern e.V., Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner der Ro­sa-​Lu­xem­burg-​Stif­tung, der Wolf­gang-​Abend­roth-​Stif­tungs­ge­sell­schaft und das Für­ther Bünd­nis gegen Rechts.

 

Aus­stel­lung„Gebt ihnen einen Namen“
9.-12. April | Kul­tur­fo­rum (Würz­bur­ger Str. 2, Fürth)
An­we­sen­heit der Aus­stel­lungs­ma­che­rIn­nen 12. April, im An­schluss an das Ge­den­ken an Be­n­a­rio und Gold­mann (17:30 Uhr, Ufer­pro­me­na­de)

Im Mai | In­fo­la­den Be­n­a­rio (Nürn­ber­ger­str. 82, Fürth)
Aus­stel­lungs­er­öff­nung, 2. Mai, 20 Uhr

31. Juli – 31. Au­gust | Kof­fer­fa­brik (Lange Str. 81, Fürth)
Ver­nis­sa­ge 31. Juli, 19 Uhr

Der In­fo­la­den Be­n­a­rio er­stell­te zu­sam­men mit Sieg­fried Im­holz eine Aus­stel­lung mit den Bio­gra­fi­en von Für­ther Frau­en und Män­nern, die von 1933 bis 1945 von den Na­tio­nal­so­zia­lis­tIn­nen ein­ge­sperrt, ge­fol­tert oder er­mor­det wur­den, weil sie Wi­der­stand gegen die Bar­ba­rei leis­te­ten. Nach heu­ti­ger Kennt­nis wur­den al­lein in Fürth 150 Frau­en und Män­ner ver­haf­tet und oft jah­re­lang in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern und Ge­fäng­nis­sen miss­han­delt.
10 wur­den nur des­halb er­mor­det, weil sie es nicht mit ihrer Moral ver­ein­ba­ren konn­ten, ta­ten­los bei Ter­ror, Krieg und Mas­sen­mord zu zu­se­hen. Viele von ihnen wur­den von Nach­ba­rIn­nen oder Ar­beits­kol­le­gIn­nen – den so­ge­nann­ten Mit­läu­fe­rIn­nen – de­nun­ziert.
Nach 1945 wur­den sie ver­ges­sen. Ihre Namen wur­den aus dem Be­wusst­sein ge-​löscht, weil sie die Mehr­heit so un­an­ge­nehm daran er­in­nern, dass es mög­lich war, sich zu weh­ren.
Mit der Aus­stel­lung wol­len wir Ihnen einen Namen geben, den Wi­der­stand sicht­bar ma­chen und dem Ver­ges­sen ent­ge­gen­wir­ken.

Stadt­rund­gang Ar­bei­te­rIn­nen­wi­der­stand
Sonn­tag, 27. April | 13 Uhr | Grü­ner Markt (Markt­platz, Fürth)
Dauer: 1 ½ – 2 h
Wäh­rend des „Drit­ten Rei­ches“ fie­len über 40 Mil­lio­nen Men­schen dem Ver­nich­tungs­wahn der Fa­schis­tIn­nen zum Opfer. Sie wur­den in Ver­nich­tungs-​ und Kon-​zen­tra­ti­ons­la­gern zu Tode ge­fol­tert, auf of­fe­ner Stra­ße er­schla­gen oder durch die Trup­pen der Wehr­macht und Waf­fen-​SS in einem ver­nich­ten­den An­griffs­krieg er-​mor­det. Was pas­sier­te in die­ser Zeit in der Klee­blatt­stadt? Wie sah der an­ti­fa­schis-​ti­sche Wi­der­stand in Fürth aus? Wo sind die Zeug­nis­se die­ser Zeit noch heute im Stadt­bild sicht­bar? Wie wird in Fürth der Opfer ge­dacht? Auf diese und an­de­re Fra­gen möch­ten wir euch beim an­ti­fa­schis­ti­schen Stadt­rund­gang Ant­wor­ten geben.
Dabei wer­den so­wohl die Ge­schich­te Fürths, ins­be­son­de­re aber auch die Ge-​schich­te der Für­ther Tä­te­rIn­nen, wie bei­spiels­wei­se die des Für­ther Fa­bri­kan­ten und Un­ter­neh­mers Gus­tav Schi­cke­danz, be­leuch­tet. Der Wi­der­stand gegen den deut­schen Fa­schis­mus in Fürth wird ge­nau­so ein Thema sein, wie der heu­ti­ge Um­gang mit der Er­in­ne­rung an die Opfer. Daher laden wir euch er­neut zum über-​ar­bei­te­ten und aus­ge­wei­te­ten Stadt­rund­gang ein.

Bus­fahrt nach Bu­chen­wald – Ak­ti­ves Er­in­nern an die Opfer des NS-​Ter­rors
Sams­tag, 10. Mai | 07.​00 Uhr | Fürth – Bu­chen­wald – Wei­mar – Fürth

Wie so viele Orte in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land steht auch das ehe­ma­li­ge Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger (KZ) Bu­chen­wald mit sei­ner Au­ßen­an­la­ge Mit­tel­bau-​Do­ra, für den sys­te­ma­ti­schen Ter­ror und die in­dus­tri­el­le Ver­nich­tung der eu­ro­päi­schen Jü­din­nen und Juden, Kom­mu­nis­tIn­nen, in­ter­na­tio­na­len Wi­der­stands­kämp­fe­rIn­nen, Schrift­stel­le­rIn­nen und auch Geist­li­chen durch die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ter­ror­herr­schaft. Trotz der un­er­träg­li­chen Qua­len und Er­nied­ri­gun­gen, die die In­haf­tier­ten in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern er­tra­gen muss­ten, or­ga­ni­sier­ten die Häft­lin­ge den Wi­der­stand, der am 11. April 1945 in der Selbst­be­frei­ung gip­fel­te.
Unter den zehn­tau­sen­den Häft­lin­gen gab es auch Für­the­rIn­nen, wel­che im KZ Bu­chen­wald ein­ge­sperrt wur­den, ei­ni­ge über­leb­ten die Ty­ran­nei nicht. Wir möch­ten auch Ihnen „einen Namen“ geben und jener er­in­nern die sich dem Fa­schis­mus und Un­ter­drü­ckung wi­der­setzt haben.

Wie konn­te das Sys­tem „Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ funk­tio­nie­ren? Wie sah der „All­tag“ im Lager aus? Wie wurde der Wi­der­stand or­ga­ni­siert? – Die­sen und wei­te­ren Fra­gen wol­len wir an die­sem Tag auf die Spur gehen.
Ge­plan­ter Ta­ges­ab­lauf: Ab­fahrt – ca. 07:00 Uhr; Be­such der KZ-​Ge­denk­stät­te mit Be­glei­tung des Vor­sit­zen­den des „Buch­wald­ko­mi­tees“ Die­t­er Schnei­der; an­schlie­ßen­der Auf­ent­halt (ca. 3 Std) in Wei­mar; Rück­kehr in Fürth: ca. 20:00 Uhr;
Kos­ten für Fahrt und Ge­denk­stät­ten­be­sich­ti­gung + Be­gleit­bro­schü­re: ca. 20,00 €
Kar­ten und wei­te­re In­for­ma­tio­nen für die Bus­fahrt be­kommst du im In­fo­la­den Be­n­a­rio immer Mitt­wochs ab 19:00 und Frei­tags ab 20:00. Oder du schreibst uns eine Email an Infoladen-fuerth@​web.​de.​
Die Fahrt wird von den an­ti­ras­sis­ti­schen Klee­blatt­fans und Ul­tras aus „Block 12“ und dem In­fo­la­den Be­n­a­rio or­ga­ni­siert.

Stadt­rund­gang Ari­sie­rung in Fürth
Sonn­tag, 29. Juni | 13.​00 Uhr | Koh­len­markt (Rat­haus, Fürth)

Von 1933 bis 1945 raub­ten die Na­tio­nal­so­zia­lis­tIn­nen und ihre Hel­fers­hel­fer den jü­di­schen Nach­ba­rIn­nen über 300 Grund­stü­cke und Häu­ser sowie 190 Un­ter­neh­men. 45 Ärz­tIn­nen, Rechts­an­wäl­tIn­nen und Apo­the­ke­rIn­nen wurde die Zu­las­sung ent­zo­gen oder sie be­ka­men Be­rufs­ver­bot. 157 Für­the­rIn­nen muss­ten Schmuck und Wert­sa­chen, weit unter dem tat­säch­li­chen Wert, ab­lie­fern. Wer emi­grie­ren konn­te, muss­te Spar­gut­ha­ben und Wert­pa­pie­re zu­rück­las­sen. Und von den Nach­ba­rIn­nen wur­den noch die let­zen Hab­se­lig­kei­ten der in die Gas­kam­mern De­por­tier­ten güns­tig er­stei­gert.
Un­ter­neh­mer wie Eckart, Hett­rich, Metz, Schi­cke­danz, Sold­an, die Ein­zel­händ­ler Bätz, Böhm, Dech, Maag, Pöhl­mann, Schöll, Wör­ner, die Mak­ler Löff­ler, Pfar­rer, Wiest und hun­der­te „nor­ma­ler Mit­bür­ge­rIn­nen“ waren die Tä­te­rIn­nen. Mit über 2000 Ge­set­zen und Ver­ord­nun­gen „ver­recht­licht“, war die Ari­sie­rung der größ­te Raub in der Ge­schich­te der Stadt. Er ver­nich­te­te die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der Juden, bevor man sie er­mor­de­te.
In einem Stadt­rund­gang soll auf die­ses Ka­pi­tel ver­dräng­ter Stadt­ge­schich­te auf­merk­sam ge­macht wer­den. Der Stadt­rund­gang wird von Sieg­fried Im­holz ge­lei­tet.

 

Veranstaltungsreihe_Flyer_pdf

Geschrieben von: df am 9.04.2014

GEW-Bayern: PM G8 endgültig gescheitert!

Pressemitteilung Nr. 14 / 2014 vom 27. März 2014

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern:
G8 endgültig gescheitert – mehr Zeit für Kinder und Jugendliche zur Entwicklung jetzt!
Das Gymnasium als Ganzes muss auf den Prüfstand!


Das G8 ist gescheitert, weil es auf dem unhaltbaren Versprechen aufbaut, dass trotz verkürzter Schulzeit den Schülerinnen und Schülern dieselbe Bildung vermittelt werden kann. Leider hat es zehn Jahre gedauert, bis sich diese Erkenntnis jetzt bei immer mehr politisch Verantwortlichen durchsetzt. Über zehn Jahre lang wurde den Schülerinnen und Schülern in Bayern durch das Turbo-Abitur ein Teil ihrer Jugend geraubt.
Selbst der bayerische Philologenverband (BPV) räumt inzwischen ein, dass den Heranwachsenden mehr Zeit zur Persönlichkeitsentwicklung und zum Lernen gegeben werden muss. Weiterhin gelte für die GEW, so Andreas Hofmann (Mitglied im Landesvorstand, Bereich Gymnasium): „Nicht die Dauer ist das Entscheidende, sondern die Gestaltung von Schulen als Lern- und Lebenswelt.“

Die GEW fordert ein Bekenntnis zur dreijährigen Oberstufe als Regelfall! In der Grundstruktur eines neuen bayerischen Gymnasiums muss die 10. Klasse als letzte Klasse am Ende der Mittelstufe stehen, mit dem Erwerb der Mittleren Reife. Daran schließt sich eine dreijährige Oberstufe als Regelfall an. Im G8 gehört die 10. Klasse sowohl zur Mittelstufe als auch zur Oberstufe, wodurch viele Probleme der Schülerinnen und Schüler entstanden. Die Verdreifachung der Durchfallquote beim Abitur im Vergleich zum G 9 ist einer der Belege dafür.

Für viele Schülerinnen und Schüler stellt der Beginn der zweiten Fremdsprache bereits in der 6. Jahrgangsstufe eine große Belastung dar. Die daraus resultierenden Probleme waren vorhersehbar. Weder die Ergebnisse des Schulversuches Europäisches Gymnasium in Bayern (1992 – 2004) noch neuere Erkenntnisse der Bildungsforschung wurden hierbei berücksichtigt. Bei einer Reform darf sich dieser Fehler nicht wiederholen. Deswegen ist die Entscheidung darüber, in welcher Jahrgangstufe die Einführung der zweiten Fremdsprache erfolgen soll, neu zu treffen.
Die Forderung des BPV, die Entscheidung für eine acht- oder neunjährige Schulzeit erst zum Ende der 8. Jahrgangsstufe zu treffen und die zweite Fremdsprache in der 6. Klasse einzuführen, verschärft die Trennung der Schularten und erschwert einen Wechsel, insbesondere in das Gymnasium hinein zusätzlich. Den Kindern, die sich später oder sich langsamer entwickeln, wird damit erneut der Übertritt in das Gymnasium verwehrt. Auch andere Schulwechsel würden weiter schwierig bleiben.

Die GEW fordert schon lange ein gemeinsames Lernen bis zur 10. Klasse in einem Schulsystem aus einem Guss, in Einer Schule für Alle! Die isolierte Betrachtung der einzelnen Schularten in Bayern führt zu einer Flickschusterei, deren Leidtragende die Kinder und Jugendlichen und deren Eltern sind. Der aktuelle Konkurrenzkampf zwischen Gymnasium und Realschule um Schülerinnen und Schülern besonders in ländlichen Regionen zeigt, wie hier Menschen und Orte gegeneinander ausgespielt werden. Ziel einer Bildungsreform in Bayern muss es sein, mit weniger Schul- und weniger Abschlussarten mehr individuelle Förderung zu erreichen.

 

Ansprechpartner für Rückfragen:
Andreas Hofmann, Landesfachgruppe Gymnasium, Landesvorstand: Tel. 0151/61326967
V.i.S.d.P.: Elke Hahn, Geschäftsführerin, Schwanthalerstr. 64, 80336 München

Quelle: GEW-Bayern

(http://www.gew-bayern.de/index.php?id=558&tx_ttnews[backPid]=547&tx_ttnews[tt_news]=1325&cHash=9d348637f829820b9559a7d3364cb3c6)

Geschrieben von: df am 9.04.2014

J. Barnickel: Teilzeit – und doch keine Zeit und auch noch weniger Geld

Teilzeit – und doch keine Zeit und auch noch weniger Geld

 

1. Teilzeitarbeit – ein geschaffenes Arbeitsverhältnis für Frauen

 

Teilzeitarbeit ist noch immer eine Frauendomäne, denn über 80% der in Teilzeit Erwerbstätigen waren im Jahr 2011 Frauen (siehe Quelle 6). Frauen reduzieren oder unterbrechen ihre Arbeitszeit häufiger als Männer. Als Hauptgrund nennen 60% der Frauen in Teilzeit die Betreuung von Kindern und/oder die Pflege von Angehörigen sog. fürsorgliche, unbezahlte (ehrenamtliche)  Tätigkeiten, neuerdings auch „care“- Aufgaben genannt. Der Teilzeitbegriff ist nicht einheitlich festgelegt und ist an das zugrunde liegende Normalarbeitsverhältnis gebunden. Es gilt zu unterscheiden, ob das Dienstverhältnis eine Reduzierung der Vollarbeitszeit auf eigenen Wunsch ermöglicht, zeitlich begrenzt zulässt und die Entlohnung noch eine eigenständige Existenzsicherung sichert. Dies ist zum Beispiel bei Lehrerinnen im Beamtenverhältnis der Fall, die hier eine privilegierte Rolle unter den teilzeitarbeitenden Frauen einnehmen, da die Lohneinbußen der Teilzeit und die angestrebte Zeitentlastung der aktuellen Erwerbs- und Lebensbiographie individuell angepasst werden können. Viele  Frauen arbeiten aber in Berufen, in denen sie gezwungen werden, einen Arbeitsplatz mit geringerer Stundenzahl und geringer Bezahlung anzunehmen und sie deshalb noch einen weiteren Teilarbeitsplatz sprich „Minijob“ zur Existenzsicherung annehmen müssen oder nicht einmal ein Vollarbeitsplatz zur Existenzsicherung reicht. Nach einer Arbeitskräfteerhebung des Statistischen Bundesamtes lag im Jahr 2012 der Anteil der teilzeitarbeitenden Frauen, die gerne mehr arbeiten würden bei 72 % (siehe Quelle 10).

 

Aussagen des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) zur Teilzeit

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) von 2006 sieht in der Teilzeit eine mittelbare Benachteiligung (siehe Quelle 3). Mittelbare Benachteiligungen sind scheinbar merkmalsneutrale Verhaltensweisen, Gesetze, Politiken oder Praktiken, die für alle gelten. In der Praxis betreffen sie aber bestimmte Gruppen stärker als andere. Teilzeitarbeit im Vergleich zu Vollzeit schlechter zu bezahlen, betrifft scheinbar alle Menschen gleichermaßen; de facto benachteiligt sie aber Frauen, die statistisch häufiger als Männer in diesem Arbeitsverhältnis zu finden sind.

 

Vergleiche erwerbstätiger Frauen mit und ohne Kinder (siehe Quelle 2)

Unter den erwerbstätigen Frauen gibt es laut Statistik  vom Juli 2013  einen Unterschied zwischen Frauen ohne Kinder und Frauen mit Kindern.

Eine 28 jährige Frau ohne Kind                        ist zu 79% erwerbstätig

Eine 28 jährige Frau mit Kind (Mutter)         ist zu 40% erwerbstätig

 

30/40 jährige Frauen ohne Kinder                 sind ca. 80% erwerbstätig

40/50 jährige Frauen mit Kindern                  sind ca. 70% erwerbstätig

 

Vergleiche zwischen Müttern und Vätern (siehe Quelle 2)

60% der Mütter und 84% der Väter mit mindestens einem im Haushalt lebenden minderjährigen Kind waren 2010 aktiv erwerbstätig. Auch wenn sich Väter heute in einem etwas größeren Maß an der Kindererziehung auch durch Auszeiten oder Reduzierung ihrer Arbeitszeit beteiligen, bleibt die Hauptverantwortung und die Reduzierung der bezahlten Erwerbstätigkeit weitgehend den Müttern überlassen.

 

Erwerbstätige Mütter und Väter in Teilzeit (siehe Quelle 7)

Etwa 70% der erwerbstätigen Mütter zwischen 15 und 64 Jahren arbeiten auf Teilzeitbasis, bei den Vätern nur knapp 6%. Frauen arbeiten in Deutschland häufiger in Teilzeit als der europäische Durchschnitt, der 32% in der gleichen Altersspanne beträgt. Das liegt sicher auch daran, dass sich in Deutschland der sozial abwertende und diskriminierende Begriff einer erwerbstätigen Mutter als „Rabenmutter“ tief verankert hat und weiterhin gepflegt wird. Auch im Lehrberuf verhält sich der Anteil der teilzeitarbeitenden Mütter und Väter ähnlich wie in anderen Berufen – trotz ausreichendem Einkommen.

 

Auswirkungen für Frauen in Teilarbeitsverhältnissen

Die oben angeführten familiär bedingten Erwerbsunterbrechungen und Teilzeitphasen führen u.a. zu deutlichen Lohneinbußen, verringerten Chancen auf Führungspositionen und zwangsläufig in die Armutsfalle im Alter. Außerdem bleiben dadurch traditionelle Strukturen der Arbeitsteilung im Privaten und im Erwerbsleben von Frauen und Männern erhalten.

 

Teilzeitbeschäftigte Lehrerinnen

Als Lehrerin ist es möglich, die vorgegebene Vollzeitstundenzahl (je nach Schulart und Fachbereich) verschieden zu reduzieren (siehe Quelle 7). Das Unterrichtsstundenmaß kann um wenige Stunden, zu 1/3, zur Hälfte oder unterhälftig z.B. auf 8-10 Stunden gekürzt werden. Da in den Grundschulen der Anteil der Lehrerinnen sehr hoch ist, gibt es hier auch eine hohe Zahl an weiblichen Teilzeitbeschäftigten und  zunehmend mehr die Gruppe der 8-12 Stunden Verträge. Die beantragte Reduzierung der Unterrichtsstunden führt jedoch nicht automatisch zu einer adäquaten Verringerung der Arbeitszeit und der angestrebten Entlastung im Erwerbsleben. Die außerunterrichtlichen dienstlichen Verpflichtungen ( Aufsichten, Springstunden, Projektwochen, Konferenzen, Schulveranstaltungen, Ämterübernahme, Schulentwicklung, Elternabende usw. ) bleiben bestehen. Zwar gibt der Arbeitgeber sog. „Soll“- , „Kann“- und „Ermöglichungs“empfehlungen für Teilzeitbeschäftigte heraus, doch davon bleibt für eine vorgesehene ausreichende Entlastung im Schulalltag gerade bei besonders zeit-und arbeitsaufwändigen Tätigkeitsbereichen kaum etwas übrig.

Die GEW Niedersachsen hat im September 2013 die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage zu diesen Teilzeitproblemen herausgegeben, die ich im Folgenden vorstellen werde. (siehe Quelle 1)

 

 

2. Be- und Entlastungen familienbedingter Teilzeitlehrkräfte

 

Die Befragung bezog sich auf teilzeitbeschäftigte Lehrkräfte aller Schularten, die ihre Arbeitszeit aus familiären Gründen reduzierten. Dabei lag der Schwerpunkt auf der Gruppe „Reduzierung der Unterrichtspflichtzeit um mindestens 1/3“, um bestehende Belastungen und Entlastungen besser aufzeigen zu können. Die Gruppe „ Reduzierung von weniger als 1/3“ diente als Vergleichsgruppe.

 

Verhältnis der Geschlechter

Bei einer Reduzierung der Unterrichtszeit von mindestens 1/3

gab es einen Frauenanteil   von  ca.  95%

und    einen Männeranteil    von ca.     5%

 

Bei einer Reduzierung der Unterrichtszeit von weniger als 1/3

gab es einen Frauenanteil     von ca.  83%

und     einen Männeranteil     von ca.  17%

 

Das Ergebnis deckte sich mit den allgemeinen Statistiken zur Geschlechterverteilung bei Teilzeitarbeitsverhältnissen. Des Weiteren wurde sichtbar: Je höher die Reduzierung der bezahlten Erwerbstätigkeit, um größer ist der Frauenanteil.

 

Entlastungen bei Dienstverpflichtungen außerhalb des Stundenmaßes

Diese Entlastungen wurden überwiegend beachtet:

  • Nicht weniger als zwei Stunden an einem Tag
  • Nicht Vor- und Nachmittag am selben Tag
  • Mindestens ein unterrichtsfreier Tag
  • Erleichterungen bei Aufsichten
  • Erläuterungen bei Ablehnung von Erleichterungen

Diese möglichen Entlastungen wurden wenig bis nicht beachtet:

  • Erleichterungen bei Springstunden ( hier gab es Unterschiede je nach Höhe des Teilzeitanteils )
  • Rücksicht auf individuell passenden Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende
  • Erleichterung bei Elternsprechtagen
  • Erleichterung bei Schulveranstaltungen / Klassenfahrten
  • Erleichterungen bei Konferenzen
  • Erleichterungen schulinternen Fortbildungen

Ergebnis: Trotz vorliegender Soll-, Kann- und Möglichkeitsbestimmungen wurden Erleichterungen bei außerunterrichtlichen Tätigkeiten, die in den letzten Jahren sowieso extrem zugenommen haben und einen anstrengenden und zeitraubenden Teil der Arbeit ausmachen, nur zum Teil umgesetzt.

 

Gewähren und Umsetzung von Erleichterungen

Die Auswertung der Freitexte ließ eine grobe Unterscheidung von drei Typen zu:

Die Zufriedenen

Bei diesen Kolleginnen und Kollegen  wurden die meisten oder alle Entlastungsbedarfe erfüllt. Festzustellen waren folgende positiven Bereiche:

  • Ein Stundenplan mit sehr viel Rücksicht
  • Ein solidarisches Kollegium
  • Eine flexible und unbürokratische Schulleitung

Auch wenn diese Gruppe klar in der Minderheit war, zeigte es sich doch, dass dies strukturell im Alltag möglich war.

Die Entlastungen mussten erkämpft werden

Bei diesen Kolleginnen und Kollegen musste eine Entlastung erst mühsam erkämpft werden, was wiederum Zeit- und Kraftreserven in Anspruch nahm.  Entlastungen gab es :

  • Erst auf deutliche Nachfrage
  • Nach langwierigen, aufreibenden Auseinandersetzungen
  • Nur durch eigene Hartnäckigkeit
  • Nur aufgrund von Unterstützung von Personalräten, Frauenbeauftragten
  • Erst durch Pochen auf Rechte

Die Empörten

Diese Kolleginnen und Kollegen waren höchst unzufrieden, denn

  • Die Schulleitung zeigte keinerlei Erleichterung und Akzeptanz
  • Das Kollegium hatte kein Verständnis ( Mehrarbeit, Sonderwünsche)
  • Sie empfanden große Ungerechtigkeit:  Weniger Geld – mehr Arbeit
  • Es ergaben sich bei ihnen berufliche und private Planungsunsicherheite

Fazit: Die Sollbestimmungen des Teilzeiterlasses wurden vor allem bei außerunterrichtlichen Arbeiten nur in ungenügendem Maß selbstverständlich umgesetzt.

 

Zusammenfassung

Ziel der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kann nicht sein, die Bedingungen der Teilzeitarbeit künftig so zu gestalten, dass noch mehr Frauen in Teilzeit arbeiten und somit finanziell und beruflich benachteiligt werden. Doch solange auch die neue Arbeitszeitverordnung in aktueller Form gilt und Kolleginnen und wenige Kollegen in Teilzeit arbeiten wollen oder müssen, muss der Teilzeiterlass u.a. dahingehend angepasst werden, dass Sollbestimmungen in verbindliche Ansprüche umformuliert werden.

 

Arbeitsbelastungen in Voll- und Teilzeitarbeitsplätzen

Es ist weiterhin nötig, dass Arbeitsbelastungen in allen Arbeitsverhältnissen  reduziert werden, so dass auch bei einer Vollzeitbeschäftigung die Vereinbarkeit mit Familie und anderen Lebensbereichen ermöglicht werden kann. Die paritätische Übernahme von Verantwortung beider Geschlechter in Familien- und Pflegearbeit und anderen Bereichen, würden  Frauen weniger in Teilzeitarbeit zwingen. Dies ist nicht nur durch gesetzliche Bestimmungen  zu regeln, sondern bedarf weiterhin eines Umdenkens und Umwandelns der Geschlechterzuordnungen bei der Verteilung und Erfüllung der bezahlten und unbezahlten Arbeit.

 

Rechtsanspruch auf Vollzeitarbeit

Lehrerinnen und Lehrer können nach selbst gewählten Teilzeit- oder Auszeitmodellen wieder zurück in die Vollarbeitszeit. Dies ist nicht für alle teilzeitarbeitenden Frauen  in anderen Berufen möglich. Deshalb ist eine wichtige aktuelle Forderung für alle Berufe der Rechtsanspruch auf Vollzeit nach Teilzeitarbeit. (siehe Quelle 5 / S. 13)

 

 

3. Zeit für Utopien

 

Arbeit neu denken und anders gestalten    -   Ingrid Kurz-Scherf

Mit der Frage „Wem gehört die Zeit?“ hinterfragte Dr. Ingrid Kurz- Scherf bereits 1987 das bestehende Normalarbeitsverhältnis für Männer und das Teilarbeitsverhältnis für Frauen. Damit brachte sie sehr viel Unruhe, aber auch neue Ideen in die Diskussion um einen männlich geprägten Arbeitsbegriff und um  gerechtere Arbeitsverteilungen in Bezug auf bezahlte – unbezahlte,  öffentlich –  private und gesellschaftlich notwendige Arbeit. Wie die Statistiken zeigen, hat sich daran in der patriarchalen Geschlechterverteilung bis heute nicht wesentlich etwas geändert. Inzwischen forscht sie als Professorin für Politikwissenschaft mit den Schwerpunkten Politik und Geschlechterverhältnisse, Zukunft der Arbeit und Politische Ökonomie in Marburg. Sie stellt weiterhin  fest, dass die Ausweitung des Niedriglohnsektors und geringfügig, kurzzeitiger befristeter Beschäftigung auch heute vornehmlich Frauen betrifft. In ihren letzten Büchern (siehe Quelle 8) entwickelt sie deshalb neue Ansätze für eine geschlechter-gerechte, demokratieförderliche und ökologische Arbeitskultur jenseits von Vollbe-schäftigung und Normalarbeit und erhebt die Forderung nach einer kürzeren Erwerbsarbeitszeit für alle.

 

 Die Vier- in- einem- Perspektive     –   Frigga Haug

Frigga Haug stellt in ihrer Vier-in- einem-Perspektive (siehe Quelle 9) Überlegungen an, bei denen es um Gerechtigkeit bei der Verteilung von Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gemeinwesensarbeit und Entwicklungschancen geht. Ausgehend von einer Systemanalyse entwickelt sie die Utopie eines neuen Gesellschaftsvertrages, der allen die Beteiligung in allen wichtigen Bereichen des Lebens öffnen soll. Die DGB Frauen des Bezirks Mittelfranken haben dies zum Internationalen Frauentag 2014 als aktuelle und zukünftige Forderungen übernommen:

ZEIT ( und Geld A.d.V.) FÜR ALLES, WAS WIR WOLLEN UND BRAUCHEN:

Erwerbsarbeit*Sorgearbeit*politische Arbeit*individuelle Entwicklung

Diese Forderungen gelten auch über den jährlichen Internationalen Frauentag hinaus.

 

Quellenangaben:

  1. Be- und Entlastungen familienbedingter Teilzeitkräfte an Niedersachsens Schulen, Nikola Borosch M.A., Hrsg. GEW Niedersachsen Sept. 2013  Wencke Hlynsdottir
  2. Zweiter Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
    Diskriminierung im Bildungsbereich und im Arbeitsleben, Berlin Juli 2013
  3. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) 2006 -  § 3/2
  4. Beschlüsse der 23.Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und –minister (GFMK) Magdeburg Sept. 2013
  5. DGB Broschüre „Frau geht vor“ – Juni 2013  S.13
  6. Pressemitteilung des Bayerischen Frauenrats zur Teilzeitarbeit   12/2013
  7. Ratgeber Arbeitsplatz Gestalten – einmischen – widersprechen  GEW Bayern´, Teilzeit und Beurlaubung mit Quellenangaben der Gesetze und Vorgaben der Tarifverträge
  8. Kurz- Scherf, Ingrid   Arbeit neu denken, erforschen, gestalten 2005
    Kurz- Scherf, Ingrid   Macht oder ökonomisches Gesetz? 2012
    Zum Zusammenhang von Krise und Geschlecht
  9. Haug, Frigga  Die Vier- in- einem Perspektive   Argument   2009
    Haug, Frigga  Nachrichten aus dem Patriarchat    Argument  2005
  10. ZWD  Zweiwochendienst  Nachrichtenportal Nr. 312 (2013) S.27

 

Judith Barnickel        

Lehrerin

Nürnberg

März  2014

                        

Geschrieben von: df am 9.04.2014

Theater: V wie Verfassungsschutz

Theaterstück "V wie Verfassungsschutz" in Nürnberg und Fürth

Bei „V wie Verfassungsschutz“ handelt es sich um eine Stückentwicklung die das Kölner “nö Theater” im vergangen Jahr anhand von Interviews, Reisebeobachtungen,Dokumentationen, Biographien und Zeitungsartikeln gemacht hat.

Laut Angabe des Verfassungsschutzes sind Drei Viertel der Bevölkerung von der Notwendigkeit des Inlandgeheimdienstes überzeugt. Doch die jüngsten Verwicklungen in die Mordserie des NSU werfen Fragen auf. Wie konnte das Neonazitrio dreizehn Jahre lang vor den Augen des Verfassungsschutzes ungehindert morden? War es Unfähigkeit oder bewusstes Kalkül? Blickt man in die Vergangenheit des Verfassungsschutzes so stößt man auf eine Kontinuität der Skandale. Das Versagen scheint nicht persönlich, sondern strukturell bedingt zu sein. Doch gibt es dazu Alternativen? Ist der Verfassungsschutz reformierbar oder sind die Fehler ein notwendiges Übel eines Geheimdienstes?
Dem Verfassungsschutz nahe zu kommen scheint unmöglich, also folgt das nö-theater den tödlichen Spuren des NSU durch die Republik und entwickelt aus den Eindrücken ein Theaterstück, eine Geschichte die nicht hätte passieren dürfen.

 

Dienstag 8. April | Casablanca Kino | Brosamerstraße 12 | Nürnberg

Mittwoch 9. April | Kulturforum | Würzburger Straße 2 | Fürth

Einlass: 19 Uhr
Beginn: 19.30 Uhr

Es spielen: Talke Blaser, Felix Höfner und Asta Nechajute
Inszenierung: Janosch Roloff
Eintritt: 12,- Euro (ermäßigt 10 Euro)

Reservierung in Nürnberg nur über das Casablanca direkt möglich.

 

veranstaltet von: Antifaschistisches Aktionsbündnis Nürnberg, Radikale Linke Nürnberg, Antifaschistische Linke Fürth, Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus Fürth, Bündnis Nazistopp Nürnberg, verdi Mittelfranken, GEW Bezirk Mittelfranken mehr infos unter: noetheater.de

Geschrieben von: df am 13.03.2014

Nachbericht zur Demo in München – Bewegung in Bildung

Nachbericht zur Demo am 8. März: Rund 500 Teilnehmer*innen der Demonstration von „Bewegung in Bildung“ in München überreichen Horst Seehofer ein miserables „Zeugnis“ im Fach Bildungspolitik. Junge Lehrkräfte und die GEW Bayern fordern spürbare Verbesserungen für Schüler*innen, Lehrer*innen und Eltern.

Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich die Initiator*innen der Initiative „Bewegung in Bildung“ am Samstag in der Münchner Innenstadt über rund 500 Kundgebungsteilnehmer*innen freuen – ein guter Tag, um Bewegung in Bildung und Bildungspolitik in Bayern zu bringen.

Die CSU-Staatsregierung und ihre Landtagsfraktion verweigerten zum Schuljahresbeginn und jetzt wieder im Februar vielen Hundert motivierten, gerade erfolgreich ausgebildeten Lehrer*innen für Gymnasium und Realschule sichere Stellen für ihre Arbeit mit den Schüler*innen. Da es aber überdeutlich ist, dass diese jungen Lehrkräfte an Bayerns Schulen dringend gebraucht werden, hat sich die Initiative „Bewegung in Bildung“ gegründet. Nach ihrer Flashmob-Welle durch ganz Bayern rief sie für Samstag, 8. März zu einer Kundgebung mit Demonstrationszug zum Kultusministerium in München auf. Hier konnten auch die Landtagsabgeordneten Margarete Bause (Bündnis 90/Die Grünen), Günther Felbinger und Michael Piazolo (beide Freie Wähler) begrüßt werden. Redner*innen von Eltern-, Schüler*innen- und Lehrer*innen-Organisationen schlossen sich den Forderungen der jungen Lehrkräfte an.

So sagte Gele Neubäcker, Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die das Engagement von „Bewegung in Bildung“ ausdrücklich unterstützt: „Die GEW Bayern fordert die Übernahme aller erfolgreich ausgebildeten Lehrer*innen an „ihrer“ Schulart, solange ein pädagogischer Bedarf besteht.“ Und dieser Bedarf, so machte die GEW-Vorsitzende deutlich, bestehe noch lange: allein die großen Aufgaben wie individuelle Förderung, Ganztagsbetreuung und Inklusion zeigten dies. Noch immer gebe es zudem an bayerischen Schulen rund 1600 Klassen mit mehr als 30 Schüler*innen. Allein mit dem Hinweis auf die Lehrerbedarfsprognosen mache es sich der Kultusminister gegenüber den jungen Lehrer*innen allzu einfach. „Das Ausnutzen von Referendar*innen als billigen Arbeitskräften muss ein Ende haben. Daher fordert die GEW: Der eigenständige Unterricht im 3. Ausbildungsabschnitt ist abzuschaffen. Mehr als 11 Stunden Unterricht pro Woche dürfen nicht die Regel sein: Ausbildung muss Vorrang haben, Ausbeutung beendet werden!“
Thomas Becker, Vorstand der „Aktion gute Schule“, ergänzte diese Anliegen aus Elternperspektive mit der Forderung nach deutlich besserer Qualität des schulischen Lernens. Für die Stadtschüler*innenvertretung München betonte ihr Sprecher Frederic von Creytz, dass Burnout nicht nur ein zunehmendes Phänomen bei Lehrer*innen sondern auch bei Schüler*innen ist.

Insgesamt stellten die Teilnehmer*innen der Protestaktionen Ministerpräsident Horst Seehofer in seinem Vorrückungsfach Bildungspolitik ein denkbar schlechtes Zeugnis aus. Dieses „Zwischenzeugnis“ wurde vor dem Kultusministerium verlesen und verteilt. Darin wird schwarz auf weiß festgestellt, dass der Klassensprecher H. Seehofer es „selbst mit Hilfestellung kaum schaffte, neue Lösungswege zu erproben.“ Und weiter: „Horst konnte angesichts des Lehrermangels leider nicht ausreichend pädagogisch betreut werden.“ So ist „das Vorrücken in die nächste Legislaturperiode stark gefährdet.“

Das zitierte „Zwischenzeugnis“ für Horst Seehofer gibt es hier:  Zwischenzeugnis_fuer_Seehofer im Original und eine Auswahl von Bildern präsentieren wir hier als Galerie http://www.gew-bayern.de/index.php?id=8 (Fotos: Karin Just)

 

 

Quelle: gew-bayern.de, Von: Bernhard Baudler

Geschrieben von: df am 13.03.2014

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