3.03.2015

GEW Bayern fordert unbefristete Arbeitsverträge an den Schulen des Freistaats

Pressemitteilung Nr. 1 / 2015 vom 26. Februar 2015

Die GEW Bayern fordert unbefristete Arbeitsverträge an den Schulen im Freistaat – Befristungen sind als Lebensgrundlage unzumutbar. Die ungeheuerliche Anzahl befristeter Arbeitsverhältnisse an den bayerischen Hochschulen ist dramatisch. Das erkennen inzwischen sogar CSU-Politiker*innen an. Wenn es allerdings um die Arbeitsbedingungen an den Schulen im Freistaat geht, scheint die Devise von CSU und Schulministerium eine ganz andere zu sein. In einer aktuellen Veröffentlichung behauptet das Schulministerium, dass der Anteil der befristet angestellten Lehrkräfte „verschwindend gering“ sei. „Schon die 1740 Lehrerinnen und Lehrer, deren befristete Beschäftigung zugegeben wird, sind keine verschwindend geringe Zahl“, so Wolfram Witte, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW Bayern. „Es geht hier um Menschen, die zusammen mit ihren Familienangehörigen in ihrer Lebensplanung direkt und massiv betroffen sind.“

Die Bildungsgewerkschaft fordert deshalb unbefristete Arbeitsverträge in Vollzeit für möglichst alle, die nicht ohnehin als Beamte an den Schulen des Freistaats beschäftigt sind.In seiner Antwort auf eine Landtagsanfrage gibt das Schulministerium an, dass zum 1. Oktober 2012 in den staatlichen Gymnasien und in den Grund-, Mittel- und Realschulen 1740 Lehrer*innen mit befristetem Arbeitsvertrag angestellt waren. Nicht angegeben werden die Zahlen zu den Befristungen an Förderschulen und Beruflichen Schulen, es fehlen die vielen zusätzlichen befristeten Verträge, die jeweils zum November und zum Februar, bis Juli 2015, abgeschlossen werden, ohne Bezahlung in den Schulferien. Allein die Zahl der befristeten Verträge von Lehrkräften mit Lehramtsbefähigung an Realschulen ist von 151 in 2010 auf 369 in 2012 gestiegen.

Gar keine Chance für eine Arbeit in ihrem Beruf gab das Gar keine Chance für eine Arbeit in ihrem Beruf gab das Ministerium beim letzten Einstellungstermin 90 Prozent der gerade erfolgreich ausgebildeten jungen Realschullehrer*innen. Sie wurden erst einmal in die Arbeitslosigkeit, in Richtung Hartz IV, verabschiedet. Jetzt zum 3. Februar 2015 ließ der Freistaat zusätzlich 485 Gymnasialreferendar*innen auf der Straße stehen.
Dabei werden deutlich mehr Lehrer*innen und endlich auch ausreichend viele Schulsozialarbeiter*innen überall in Bayern dringend gebraucht.

Die Gründe für den Bedarf sind bekannt: zu viele zu große Klassen, Unterrichtsausfall, Ausbau guter Ganztagsangebote, Inklusion und gute Schule für Flüchtlinge von Anfang an.

Für die Beruflichen Oberschulen (FOS/BOS) gibt das Schulministerium in seiner Antwort auf eine weitere Landtagsanfrage den Mangelzustand selbst zu: „Die mobilen Reserven an Beruflichen Oberschulen werden aufgrund der knappen Unterrichtsversorgung bereits zu Schuljahresbeginn nahezu vollständig zur Abdeckung des Pflichtunterrichts eingesetzt und stehen nicht für die vorgesehenen Vertretungsfälle zur Verfügung.“
(Quelle: http://bayernspd-landtag.de/)

Insgesamt stellt die GEW eine massive Unterfinanzierung des Bildungssystems in Bayern fest: Die entsprechenden Zielvereinbarungen von Bund und Ländern beim „Dresdner Bildungsgipfel“ sind nicht erreicht worden. Das hat aktuell eine Studie im Auftrag des DGB Bundesvorstands ergeben.

(Quelle: http://www.dgb.de/themen/Bildungsgipfel-Bilanz+2014)
Für Rückfragen steht zur Verfügung: Bernhard Baudler, GEW Bayern, 089 / 544081-21

V.i.S.d.P.: Elke Hahn, GEW Bayern, Schwanthalerstraße 64, 80336 München, Tel. 0171 676 00 00

 

Quelle und die Pressemitteilung als druckbare Version auf der GEW-Bayern Homepage

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