30.07.2014

Pressemitteilung: Lehrer*innen einstellen statt kaltstellen!

 

Pressemitteilung Nr. 18 / 2014 vom 18. Juli 2014

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern fordert:

Lehrer*innen einstellen statt kaltstellen!

Der Bedarf für zusätzliche Lehrer*innen und Pädagog*innen an den Schulen des Freistaats ist riesig. Der dringende Appell der GEW an das Schul- und das Finanzministerium lautet daher: Neue Planstellen für Lehrkräfte schaffen und damit die Bildungsqualität erhöhen und die Lehrer*innenarbeitslosigkeit verringern!

Das Schulministerium gibt in diesen Tagen die sogenannten Einstellungsnoten und aktuelle Einstellungszahlen für junge Lehrerinnen und Lehrer bekannt. Das bedeutet erneut für mehrere Tausend erfolgreich ausgebildete Lehrkräfte massive Unsicherheit und für zahlreiche Absolvent*innen der Lehramtsausbildung für Grundschulen, Realschulen und Gymnasien erst einmal eines: Arbeitslosigkeit. 

Wer nicht einmal eine befristete Anstellung bekommt (und diese sehr oft nur für ein halbes Jahr) ist auf Hartz IV zurückgeworfen. Da muss folgender Eintrag auf der Homepage des CSU-Ministeriums für viele schon zynisch klingen: „Lehrkraft – für viele ein Wunschberuf“.

Dabei ist der Bedarf für zusätzliche Lehrer*innen und Pädagog*innen an den Schulen des Freistaats riesig! Schon der aktuell vorgeschriebene „Normalbetrieb“ ist an vielen Schulen nicht mehr aufrecht zu erhalten: Es droht ein teilweiser Zusammenbruch der Unterrichtsversorgung. Von vielen Grundschulen als auch Gymnasien wurde gemeldet, dass die mobilen und integrierten „Lehrerreserven erschöpft“ sind. Darüber hinaus brauchen die Schulen in Bayern tausende neuer Lehrerplanstellen für viele Vorhaben, über die sich, verbal zumindest, eigentlich alle Beteiligten einig sind: Wir brauchen diese massive Stellenmehrung für die gesetzlich längst vorgeschriebene Umsetzung der Inklusion, wir brauchen sie für Ganztagsangebote in hoher pädagogischer und räumlicher Qualität, für die Integration von Kindern nichtdeutscher Muttersprache (besonders für Kinder von Flüchtlingen), für individuelles Lernen und kleinere Klassen.

Dass angesichts dieses übergroßen Bedarfs an Lehrer*innen zur gleichen Zeit immer mehr Lehrkräfte arbeitslos oder nur prekär beschäftigt werden, ist ein Skandal.

Die GEW Bayern fordert die Schaffung tausender neuer Planstellen und die Einstellung von Lehrer*innen und Pädagog*innen solange ein pädagogischer Bedarf besteht. Dies müsste Minister Spaenle auch vehement in die laufenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2015/16 einbringen. Dabei sind das Finanzministerium und die CSU-Mehrheit im Haushaltsausschuss des Landtages besonders gefragt. Als einen Beitrag zur Bildungsfinanzierung hat die GEW längst ein eigenes Steuerkonzept vorgelegt.

Die GEW Bayern unterstützt ausdrücklich die neueste Aktion der Initiative „Bewegung in Bildung“ am 26. Juli. Die Gruppe hat mit Flashmobs in sechs bayerischen Städten und einer Demonstration zum Bildungsministerium auf die prekäre Situation vieler, gerade junger Lehrkräfte aufmerksam gemacht. Viele Aktive werden sich am Samstag, den 26. 7. um 12 Uhr in München (Neuhauser Straße 8, Richard-Strauss-Brunnen) zu einem weiteren Flashmob zusammenfinden, um die Forderung nach wirklicher Bewegung in Bildung in Bayern zu unterstreichen.

(Näheres unter www.bewegunginbildung.blogspot.de )

Die GEW Bayern lehnt die von der CSU geplanten Zulassungsschranken vor dem Referendariat als Eingriff in das verfassungsrechtlich garantierte Grundrecht auf Ausbildungs- und Berufsfreiheit ab. Es besteht in vieler Hinsicht weiter Bedarf nach neu ausgebildeten Lehrkräften.

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung: Bernhard Baudler, Tel. 089 / 54 40 81 – 21, E-Mail: bernhard.baudler@gew-bayern.de

  

V.i.S.d.P.: Elke Hahn, Geschäftsführerin, Schwanthalerstr. 64, 80336 München; 0171 6760000.

Quelle: http://www.gew-bayern.de/index.php?id=558&tx_ttnews[backPid]=547&tx_ttnews[tt_news]=1367&cHash=9b292fd0ba25bf21d4f01b0e78a6960e

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