9.04.2014

Veranstaltungsreihe: Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

 

Veranstaltungsreihe: Widerstand und Verfolgung im Nationalsozialismus

Im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he „Wi­der­stand und Ver­fol­gung im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus“ will die Antifaschistische Linke Fürth (ALF) mit ei­ni­gen Ver­an­stal­tun­gen an die Opfer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­in­nern.

Zu­nächst wird die Aus­stel­lung „Gebt ihnen einen Namen“, vom 09.-12. April im Kul­tur­fo­rum zu sehen sein, diese wird aber auch den ge­sam­ten Mai im In­fo­la­den Be­n­a­rio (Nürnberger Straße 82, Fürth) und im Au­gust in der Kof­fer­fa­brik ge­zeigt. Um­rahmt wird die Aus­stel­lung mit einer kur­zen In­for­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zur Aus­stel­lung am 02. Mai um 20.​00 Uhr im In­fo­la­den.
Dar­über hin­aus wird es zwei an­ti­fa­schis­ti­sche Stadt­rund­gän­ge, die von Sieg­fried Im­holz ge­lei­tet wer­den, geben. Der erste Stadt­rund­gang wid­met sich dem Ar­bei­te­rIn­nen­wi­der­stand und fin­det am 27. April, um 13.​00 Uhr in Fürth statt. Los geht es am Grü­nen Markt. Der zwei­te an­ti­fa­schis­ti­sche Stadt­rund­gang stellt die Ari­sie­rung und deren Pro­fi­teu­rIn­nen in den Mit­tel­punkt. Er fin­det am 29. Juni, eben­falls um 13.​00 Uhr am Koh­len­markt statt. Beide Stadt­rund­gän­ge dau­ern ein­ein­halb bis zwei Stun­den. Der Ein­tritt ist frei.

 

Zudem ver­an­stal­tet die ALF eine Fahrt in die Ge­denk­stät­te Bu­chen­wald. Diese wird am 10. Mai statt­fin­den. Neben der Be­sich­ti­gung der Ge­denk­stät­te und des Mu­se­ums wird es eine or­ga­ni­sier­te Füh­rung geben, die über die Hin­ter­grün­de der Ge­denk­stät­te auf­klärt. Kar­ten für die Fahrt sind im In­fo­la­den Be­n­a­rio er­hält­lich.
Alle Ver­an­stal­tun­gen, Aus­stel­lun­gen und Stadt­füh­run­gen sind selbst­ver­ständ­lich kos­ten­los, le­dig­lich für die Bus­fahrt fällt ein Un­kos­ten­bei­trag von ca. 20 € an.

Eine Ver­an­stal­tungs­rei­he der An­ti­fa­schis­ti­schen Lin­ken Fürth (ALF), In­fo­la­den Be­n­a­rio & Sieg­fried Im­holz

Mit­ver­an­stal­te­rIn­nen: Kurt Eis­ner Ver­ein für po­li­ti­sche Bil­dung in Bay­ern e.V., Ko­ope­ra­ti­ons­part­ner der Ro­sa-​Lu­xem­burg-​Stif­tung, der Wolf­gang-​Abend­roth-​Stif­tungs­ge­sell­schaft und das Für­ther Bünd­nis gegen Rechts.

 

Aus­stel­lung„Gebt ihnen einen Namen“
9.-12. April | Kul­tur­fo­rum (Würz­bur­ger Str. 2, Fürth)
An­we­sen­heit der Aus­stel­lungs­ma­che­rIn­nen 12. April, im An­schluss an das Ge­den­ken an Be­n­a­rio und Gold­mann (17:30 Uhr, Ufer­pro­me­na­de)

Im Mai | In­fo­la­den Be­n­a­rio (Nürn­ber­ger­str. 82, Fürth)
Aus­stel­lungs­er­öff­nung, 2. Mai, 20 Uhr

31. Juli – 31. Au­gust | Kof­fer­fa­brik (Lange Str. 81, Fürth)
Ver­nis­sa­ge 31. Juli, 19 Uhr

Der In­fo­la­den Be­n­a­rio er­stell­te zu­sam­men mit Sieg­fried Im­holz eine Aus­stel­lung mit den Bio­gra­fi­en von Für­ther Frau­en und Män­nern, die von 1933 bis 1945 von den Na­tio­nal­so­zia­lis­tIn­nen ein­ge­sperrt, ge­fol­tert oder er­mor­det wur­den, weil sie Wi­der­stand gegen die Bar­ba­rei leis­te­ten. Nach heu­ti­ger Kennt­nis wur­den al­lein in Fürth 150 Frau­en und Män­ner ver­haf­tet und oft jah­re­lang in Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern und Ge­fäng­nis­sen miss­han­delt.
10 wur­den nur des­halb er­mor­det, weil sie es nicht mit ihrer Moral ver­ein­ba­ren konn­ten, ta­ten­los bei Ter­ror, Krieg und Mas­sen­mord zu zu­se­hen. Viele von ihnen wur­den von Nach­ba­rIn­nen oder Ar­beits­kol­le­gIn­nen – den so­ge­nann­ten Mit­läu­fe­rIn­nen – de­nun­ziert.
Nach 1945 wur­den sie ver­ges­sen. Ihre Namen wur­den aus dem Be­wusst­sein ge-​löscht, weil sie die Mehr­heit so un­an­ge­nehm daran er­in­nern, dass es mög­lich war, sich zu weh­ren.
Mit der Aus­stel­lung wol­len wir Ihnen einen Namen geben, den Wi­der­stand sicht­bar ma­chen und dem Ver­ges­sen ent­ge­gen­wir­ken.

Stadt­rund­gang Ar­bei­te­rIn­nen­wi­der­stand
Sonn­tag, 27. April | 13 Uhr | Grü­ner Markt (Markt­platz, Fürth)
Dauer: 1 ½ – 2 h
Wäh­rend des „Drit­ten Rei­ches“ fie­len über 40 Mil­lio­nen Men­schen dem Ver­nich­tungs­wahn der Fa­schis­tIn­nen zum Opfer. Sie wur­den in Ver­nich­tungs-​ und Kon-​zen­tra­ti­ons­la­gern zu Tode ge­fol­tert, auf of­fe­ner Stra­ße er­schla­gen oder durch die Trup­pen der Wehr­macht und Waf­fen-​SS in einem ver­nich­ten­den An­griffs­krieg er-​mor­det. Was pas­sier­te in die­ser Zeit in der Klee­blatt­stadt? Wie sah der an­ti­fa­schis-​ti­sche Wi­der­stand in Fürth aus? Wo sind die Zeug­nis­se die­ser Zeit noch heute im Stadt­bild sicht­bar? Wie wird in Fürth der Opfer ge­dacht? Auf diese und an­de­re Fra­gen möch­ten wir euch beim an­ti­fa­schis­ti­schen Stadt­rund­gang Ant­wor­ten geben.
Dabei wer­den so­wohl die Ge­schich­te Fürths, ins­be­son­de­re aber auch die Ge-​schich­te der Für­ther Tä­te­rIn­nen, wie bei­spiels­wei­se die des Für­ther Fa­bri­kan­ten und Un­ter­neh­mers Gus­tav Schi­cke­danz, be­leuch­tet. Der Wi­der­stand gegen den deut­schen Fa­schis­mus in Fürth wird ge­nau­so ein Thema sein, wie der heu­ti­ge Um­gang mit der Er­in­ne­rung an die Opfer. Daher laden wir euch er­neut zum über-​ar­bei­te­ten und aus­ge­wei­te­ten Stadt­rund­gang ein.

Bus­fahrt nach Bu­chen­wald – Ak­ti­ves Er­in­nern an die Opfer des NS-​Ter­rors
Sams­tag, 10. Mai | 07.​00 Uhr | Fürth – Bu­chen­wald – Wei­mar – Fürth

Wie so viele Orte in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land steht auch das ehe­ma­li­ge Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger (KZ) Bu­chen­wald mit sei­ner Au­ßen­an­la­ge Mit­tel­bau-​Do­ra, für den sys­te­ma­ti­schen Ter­ror und die in­dus­tri­el­le Ver­nich­tung der eu­ro­päi­schen Jü­din­nen und Juden, Kom­mu­nis­tIn­nen, in­ter­na­tio­na­len Wi­der­stands­kämp­fe­rIn­nen, Schrift­stel­le­rIn­nen und auch Geist­li­chen durch die na­tio­nal­so­zia­lis­ti­sche Ter­ror­herr­schaft. Trotz der un­er­träg­li­chen Qua­len und Er­nied­ri­gun­gen, die die In­haf­tier­ten in den Kon­zen­tra­ti­ons­la­gern er­tra­gen muss­ten, or­ga­ni­sier­ten die Häft­lin­ge den Wi­der­stand, der am 11. April 1945 in der Selbst­be­frei­ung gip­fel­te.
Unter den zehn­tau­sen­den Häft­lin­gen gab es auch Für­the­rIn­nen, wel­che im KZ Bu­chen­wald ein­ge­sperrt wur­den, ei­ni­ge über­leb­ten die Ty­ran­nei nicht. Wir möch­ten auch Ihnen „einen Namen“ geben und jener er­in­nern die sich dem Fa­schis­mus und Un­ter­drü­ckung wi­der­setzt haben.

Wie konn­te das Sys­tem „Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger“ funk­tio­nie­ren? Wie sah der „All­tag“ im Lager aus? Wie wurde der Wi­der­stand or­ga­ni­siert? – Die­sen und wei­te­ren Fra­gen wol­len wir an die­sem Tag auf die Spur gehen.
Ge­plan­ter Ta­ges­ab­lauf: Ab­fahrt – ca. 07:00 Uhr; Be­such der KZ-​Ge­denk­stät­te mit Be­glei­tung des Vor­sit­zen­den des „Buch­wald­ko­mi­tees“ Die­t­er Schnei­der; an­schlie­ßen­der Auf­ent­halt (ca. 3 Std) in Wei­mar; Rück­kehr in Fürth: ca. 20:00 Uhr;
Kos­ten für Fahrt und Ge­denk­stät­ten­be­sich­ti­gung + Be­gleit­bro­schü­re: ca. 20,00 €
Kar­ten und wei­te­re In­for­ma­tio­nen für die Bus­fahrt be­kommst du im In­fo­la­den Be­n­a­rio immer Mitt­wochs ab 19:00 und Frei­tags ab 20:00. Oder du schreibst uns eine Email an Infoladen-fuerth@​web.​de.​
Die Fahrt wird von den an­ti­ras­sis­ti­schen Klee­blatt­fans und Ul­tras aus „Block 12“ und dem In­fo­la­den Be­n­a­rio or­ga­ni­siert.

Stadt­rund­gang Ari­sie­rung in Fürth
Sonn­tag, 29. Juni | 13.​00 Uhr | Koh­len­markt (Rat­haus, Fürth)

Von 1933 bis 1945 raub­ten die Na­tio­nal­so­zia­lis­tIn­nen und ihre Hel­fers­hel­fer den jü­di­schen Nach­ba­rIn­nen über 300 Grund­stü­cke und Häu­ser sowie 190 Un­ter­neh­men. 45 Ärz­tIn­nen, Rechts­an­wäl­tIn­nen und Apo­the­ke­rIn­nen wurde die Zu­las­sung ent­zo­gen oder sie be­ka­men Be­rufs­ver­bot. 157 Für­the­rIn­nen muss­ten Schmuck und Wert­sa­chen, weit unter dem tat­säch­li­chen Wert, ab­lie­fern. Wer emi­grie­ren konn­te, muss­te Spar­gut­ha­ben und Wert­pa­pie­re zu­rück­las­sen. Und von den Nach­ba­rIn­nen wur­den noch die let­zen Hab­se­lig­kei­ten der in die Gas­kam­mern De­por­tier­ten güns­tig er­stei­gert.
Un­ter­neh­mer wie Eckart, Hett­rich, Metz, Schi­cke­danz, Sold­an, die Ein­zel­händ­ler Bätz, Böhm, Dech, Maag, Pöhl­mann, Schöll, Wör­ner, die Mak­ler Löff­ler, Pfar­rer, Wiest und hun­der­te „nor­ma­ler Mit­bür­ge­rIn­nen“ waren die Tä­te­rIn­nen. Mit über 2000 Ge­set­zen und Ver­ord­nun­gen „ver­recht­licht“, war die Ari­sie­rung der größ­te Raub in der Ge­schich­te der Stadt. Er ver­nich­te­te die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der Juden, bevor man sie er­mor­de­te.
In einem Stadt­rund­gang soll auf die­ses Ka­pi­tel ver­dräng­ter Stadt­ge­schich­te auf­merk­sam ge­macht wer­den. Der Stadt­rund­gang wird von Sieg­fried Im­holz ge­lei­tet.

 

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