1.03.2014

Bärbel Lange: eine feministische Offensive

Der Internationale Frauentag am 8. März soll politischer werden

von Bärbel Lange, Sprecherinnenrat LA Frauenpolitik

Seit 1911 zeigen und erleben Frauen am Internationalen Frauentag, dem 8. März: Wir setzen uns gemeinsam auf der ganzen Welt für unsere Rechte und ein selbstbestimmtes Leben in Würde ein.

Begonnen hat alles mit Streiks für bessere Arbeitsbedingungen, dem Kampf gegen den Krieg und dem Anspruch auf das Frauenwahlrecht. Vor mehr als 100 Jahren konzentrierten sich unsere Vorkämpferinnen auf die Mündigkeit von Frauen, auf ihr Wahlrecht, ihr Recht auf Organisation, Bildung, Arbeiterinnenschutz, Mutterschutz.

Wir haben Erfolge …

Das Wahlrecht und mehr Freiheiten in Politik und Lebensführung haben wir erstritten. Heute sind wir die am besten ausgebildete Generation von Frauen und sind selbstverständlich im Erwerbsleben tätig.

… aber viele Forderungen sind noch offen

Mit dem Platzen der Immobilienblasen und dem Finanzcrash im internationalen Bankensektor wurden die Folgen der gigantischen Reichtumsverteilung von unten nach oben deutlicher denn je: Die Steuerkassen werden geplündert, um Großbanken im EU-Raum zu stützen und gleichzeitig werden die Aufgaben der allgemeinen Daseinsvorsorge nicht erledigt, »outgesourced« oder privatisiert. Die Einkommen und die geleisteten Arbeitsstunden der Erwerbstätigen sinken deutlich, bei den Frauen stärker als bei den Männern.

Hier und weltweit sind viele andere Forderungen seit 100 Jahren offen, so die straffreie Abtreibung und Selbstbestimmung über den weiblichen Körper, gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit, materielle Absicherung heute und für morgen, rechtliche Gleichstellung aller Lebensweisen und Ethnien, Frieden – und immer und überall: Gleichheit!

Vielfalt der Gegenwehr

Aufbauend auf den Initiativen wie Blockupy und umfairteilen, den 17 Streiktagen unserer angestellten Lehrkräfte, den Streiks im Gesundheitsbereich und bei Amazon, um nur einige Beispiele zu nennen, überwinden wir heute unsere Machtlosigkeit, indem wir der herrschenden Politik unsere Gefolgschaft verweigern.

One Billion Rising aktivierte weltweit Hunderttausende, Frauen und Männer, gegen sexuelle Gewalt aufzustehen. Der alltägliche Sexismus wird durch #Aufschrei nicht mehr hingenommen. Eine Vielfalt von Gegenbewegungen, AktivistInnen, Organisationen und Initiativen hat sich zusammengefunden zum Bündnis Frauen*Kampftag 2014 und wendet sich mit einem Aufruf zum Internationalen Frauentag …»an Frauen ohne/mit Kinder(n), Alleinerziehende, Selbstständige, freie Erwerbstätige, Frauen mit Behinderung, Studentinnen, Schülerinnen, illegal und legal arbeitende Frauen, erwerbslose Frauen, Mädchen, Women of Colour, junge und alte Frauen, Heterosexuelle, Homosexuelle und Bisexuelle, Queers, Trans-, Inter- und alle anderen Frauen.«

Der Sprecherinnenrat des Frauenausschusses für Frauenpolitik der GEW BERLIN gehört dem Bündnis an, wie die ver.di-Jugend, die Grüne-Jugend, DIE LINKE.SDS, die Jungsozialistinnen, DIE FALKEN, die Linksjugend solid, die feministische Partei DIE FRAUEN, Courage, feministische Frauenarbeitsgemeinschaft LISA und weitere mehr. »Unser Ziel ist es, den 8. März zu (re)politisieren, Frauen untereinander zu solidarisieren und eine Öffentlichkeit für unsere Anliegen und Forderungen zu schaffen. Wir rufen zu einer bundesweiten Demonstration am 8. März 2014 in Berlin auf. Plural und zentral – Für einen politischen und sichtbaren Frauenkampftag 2014! Wir wollen einen Beitrag für eine neue feministische Handlungsfähigkeit leisten, von unseren verschiedenen Erfahrungen lernen und gemeinsam kämpfen.

Weil alle Frauen von Diskriminierung betroffen sind. Weil wir gegen das alles nur ankommen, wenn wir gemeinsam kämpfen. Wir wollen Solidarität unter Frauen bestärken und die Notwendigkeit aufzeigen, gegen diese Verhältnisse zusammen vorzugehen.

 

Quelle: http://www.gew-berlin.de/10103_10275.php

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