10.05.2011

Wem gehört die ökonomische Bildung?

fragt die initiative für eine bessere ökonomische bildung (iböb) und veröffentlicht dazu ihr working paper  no. 1  ”Notizen zu Verflechtungen von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik“: moeller_hedtke_netzwerkstudie

Kommentare

Die größten Kritiker der Elche waren früher selber welche.

Prof. Dr. Weber, Mitgründerin der iböb, hat unlängst selbst für die viel gescholtene “Finanzindustrie” Materialien zum Umgang mit Geld geschrieben – für die Gundschule!!!

Siehe: Birgit Weber: Kinder, Knete & Co. Sparkassen Schulservice 2007

http://www.bne-portal.de/coremedia/generator/unesco/de/05__Service/Material/04__Lehr__und__Lernmaterialien/Jahresthema_20Geld/Kinder_2C_20Knete_20_26_20Co_20-_20Lehrerpaket,sourcePageId=15090.html

Was soll man davon halten? Warum verschweigt man das?

GesinnungsgenossInnen von Kritik ausgenommen?

Ich habe mir das Netzwerk genauer angeschaut und die vielen verschiedenen Institutionen gegoogelt. Was es nicht alles gibt auf dieser Welt!
Die beiden Bielefelder Soziologen erwähnen jedenfalls ausdrücklich die Bertelsmann-Stiftung, die Heinz Nixdorf Stiftung und die Ludwig-Erhard-Stiftung als Strippenzieher, tschuldigung: Netzwerker.

Und genau für die hat doch Prof. Dr. Hedtkes iböb-Kollegin Prof. Dr. Birgit Weber bereits 1999 eine Studie gemacht. So schreibt sie jedenfalls selbst auf ihrer Homepage: http://www.hf.uni-koeln.d… – google sei Dank, findet man auch das.

Sage ich doch: Die größten Kritiker der Elche, waren früher selber welche.

Als kritische Leserin frage ich mich jetzt noch mehr: Nach welchem Kriterium haben die Autoren wen und was in das Netzwerk aufgenommen? Und aus welchen Gründen haben sie wen und was unerwähnt gelassen? Wäre das Netzwerk nicht noch informativer, wenn es vollständig wäre? Wäre es nicht glaubwürdiger, wenn sie nicht Personen davon ausnehmen würden, mit denen sie eine gemeinsame politische Linie verbindet?

Es muss der Autorin und dem Autor doch auch klar sein, dass viele jetzt fragen werden, ob Forschungs- und Entwicklungsgelder von diesen Stiftungen ihrer Meinung nach dann unkritisch sind, wenn sie an ForscherInnen gehen, die ihre politische Linie verfolgen.

Ich bin jetzt noch skeptischer geworden, dass das alles haltbar ist, was in dieser so genannten Studie steht!!!

Wie löchrig ist das Netz des Prof. Hedtke?

Ich habe hier schon über die eine oder andere Ungereimtheit dieser Studie berichtet. Und je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr kommt auch das eine oder andere Loch im Netz des Prof. Dr. Hedtke zum Vorschein. Und hier gleich das nächste:

http://www.ich-bin-meine-zukunft.de/mod/resource/view.php?id=69

Der Projektleiter von der Uni Bonn, Prof. Dr. Piorkowsky, erhielt auch Mittel der viel gescholtenen “Finanzindustrie” und der “unternehmensnahen Stiftungen”. Er schreibt auf der Homepage des Projekts: “Die Wissenschaftsförderung der Sparkassen-Finanzgruppe förderte im Jahr 2006 die Ausarbeitung der theoretischen Grundlagen. Seit Juni 2007 fördert die Heinz Nixdorf Stiftung die weitere Entwicklung des Projektes.” Macht damit auch er das Fach Wirtschaft zum Fach der Wirtschaft?

Ich meine: nein! Aber dieses Beispiel zeigt, wie löchrig das Netz des Prof. Hedtke ist. Es ist reine Willkür, wer darin auftaucht und wer nicht. Wissenschaft sieht für mich anders aus.
Ich kann aus den Resultaten meiner eigenständigen Recherchen nur einen Schluss ziehen: Ein vollständiges Netz mit allen Empfängern von Drittmitteln aus allen möglichen Töpfen jedweder politischen Couleur wurde nur eines zeigen: Es gibt das von Prof. Dr. Hedtke beschworene “bestens finanzierte politisch-pädagogische Netzwerk” gar nicht. Es existiert nur in seiner Vorstellung. Hoffentlich erspart er uns eine weitere.

Das Imperium schlägt zurück!!!

Die von Prof. Dr. Hedtke aufs Korn genommenen Wirtschaftsdidaktiker aus Oldenburg wehren sich und werfen nun umgekehrt dem Autor der Netzwerkstudie massive wissenschaftliche Versäumnisse vor. Auszug: “Wie bereits in der Vergangenheit, verlässt er dabei auch mit dem aktuell von ihm und Lucca Möller veröffentlichten ‘working paper’ „Wem gehört die ökonomische Bildung?“ an vielen Stellen das Feld wissenschaftlicher Auseinandersetzung und wählt die Stilmittel politischer Agitprop-Methoden.”

Wer sich in dieser Sache selbst ein fundiertes Urteil darüber bilden will, wer Recht hat, muss jetzt unbedingt auch die Gegenseite hören – bzw. lesen.
Siehe:
http://www.ioeb.de/aktuelles/stellungnahme-zum-working-paper-wem-gehoert-oekonomische-bildung-1447

Ui, ui, ui. Wenn die dort erhobenen Vorwürfe zutreffen, dürfte es um die Seriosität der Netzwerkstudie schlecht bestellt sein. Bin gespannt, wie dieser Streit weitergeht.

Ich verabschiede mich jetzt aus dieser Debatte. Aber heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder keine Frage. Und zwar genau dann, wenn wir wieder einmal zum Narren gehalten werden sollen. Aber ich bin gewiss nicht diejenige, für die ihr mich (alle?) haltet.
Homo oecologicus

Nachtrag:

Jetzt hat sich auch die wissenschaftliche Vereinigung der Wirtschaftsdidaktiker, der Prof. Dr. Hedtke sogar selbst angehört, zu dieser m. E. äußerst schwachen Darbietung geäußert. Und zwar in noch drastischeren Worten: Es handele sich um “einseitig verkürzende Darstellungen”, “unzulässige Verallgemeinerungen” und es lägen “gravierende methodische Mängel” vor. Wow!!! Das ist Klartext!!!

Siehe:
http://degoeb.de/uploads/degoeb/DeGoeB%20Stellungnahme%20iboeb%20Nr1.pdf

Ist Prof. Dr. Hedtke mittlerweile in seiner Zunft völlig isoliert? Für mich sieht es ganz so aus.

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