3.03.2011

Hire and Fire: exzellent?

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GEW-Newsletter Hochschule und Forschung
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03.03.2011: Stabile Beschäftigung statt Hire-and-Fire-Prinzip
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Bildungsgewerkschaft zur zweiten Phase der Exzellenzinitiative
Mit Blick auf die gestrigen Entscheidungen zur zweiten Phase der Exzellenzinitiative hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Maßnahmen angemahnt, um die Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen zu stabilisieren. „Es ist absurd, alle fünf Jahre mit Milliardenbeträgen neue Forschungsstrukturen aus dem Boden zu stampfen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einzustellen, um sie danach wieder auf die Straße zu setzen“, erklärte das für Hochschule und Forschung verantwortliche GEW-Vorstandsmitglied Andreas Keller am Donnerstag in Frankfurt a. M.

Die Exzellenzinitiative habe zu einer Ausweitung befristeter Beschäftigung in der Wissenchaft geführt, sagte Keller. Von 2005 bis 2009 habe sich das Verhältnis zwischen unbefristet und befristet beschäftigten wissenschaftlichen Angestellten von 1:4 auf 1:7 verschlechtert. „Das Hire-and-Fire-Prinzip schadet Kontinuität und Qualität der Forschung. Es gefährdet die Attraktivität des Arbeitsplatzes Hochschule und Forschung“, warnte der GEW-Hochschulexperte.

Universitäten, die Mittel der Exzellenzinitiative in Anspruch nehmen, sollte daher zur Auflage gemacht werden, Mindeststandards für die Beschäftigung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu garantieren. „30 Prozent der eingeworbenen Exzellenzgelder müssen für unbefristete Beschäftigungsverhältnisse verwendet werden. Soweit Zeitverträge abgeschlossen werden, muss bei der Vertragsdauer die Projektlaufzeit von fünf Jahren ausgeschöpft werden“, schlug Keller vor. Außerdem sollten befristet beschäftigte Wissenschaftler, deren Exzellenz-Projekt 2012 ausläuft, eine faire Chance bekommen, in den neuen Projekten beschäftigt zu werden.

„Im Wettbewerb mit der Wirtschaft und dem Ausland um hoch qualifizierte Fachkräfte wird die Wissenschaft nur dann mithalten können, wenn sie attraktive Beschäftigungsbedingungen und verlässliche Karrierewege anbietet“, betonte Keller. Inzwischen forderten über 6.000 Menschen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des „Templiner Manifests“ der GEW (www.templiner-manifest.de) eine entsprechende Reform von Personalstruktur und Berufwegen in der Wissenschaft.

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